Kohle

Reduktionsmittel

Kohle und schweres Heizöl - im Fachjargon als Reduktionsmittel bezeichnet - sind erforderlich, um das Eisen im sprichwörtlichen Sinne zum Kochen zu bringen.

Von welcher Menge hier die Rede ist, machen folgende Zahlen deutlich: In einem guten Stahljahr wie etwa 1997 mit einem Versand von 5,1 Millionen Tonnen Stahl benötigten wir zu Erzeugung von 4,4 Millionen Tonnen Roheisen insgesamt 1,4 Millionen Tonnen Hochofenkoks sowie 0,5 Millionen Tonnen schweres Heizöl.

Kokerei

Abgedeckt werden diese riesigen Mengen Hochofenkoks durch Lieferungen von 1,35 Millionen Tonnen Kohle und 150.000 Tonnen Petrolkoks, womit in der eigenen Kokerei 1,1 Millionen Tonnen Koks erzeugt werden. Zusätzlich werden 0,3 Millionen Tonnen Fremdkoks hinzugekauft.

Bei Petrolkoks handelt es sich übrigens um ein Rückstandsprodukt, das in Raffinerien bei der Verarbeitung von Rohöl anfällt, und dessen Menge, Qualität und Preis auf dem Weltmarkt im wesentlichen durch Exporte amerikanischer Raffinerien an der US-amerikanischen Westküste bestimmt werden.

Importkohle

Als Konsequenz aus der Rückführung der Subventionen für einheimische Kohle sind mittlerweile die Importmengen für HKM bis zum Ende der Hüttenvertrags-Laufzeit erhöht worden. Deutlich sogar, wie Zahlen belegen:

Belief sich die Menge der Importkohle 1998 noch auf 350.000 Tonnen, so wurde die Zahl für die Jahre 1999 und 2000 auf 550.000 Tonnen bzw. 600.000 Tonnen gesteigert. Ab 2001 werden ca. 950.000 Tonnen importiert, wobei diese Menge dann 70 % der gesamten von HKM benötigten Kohle entspricht.

Kohle

Logistik

Allerdings ist die Auswahl der qualitativ und preislich richtigen Kohlen nur die eine Seite der (Kohle-)Medaille. Eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt im Rahmen der Beschaffungsmaßnahmen die Logistik. Entscheidende Veränderung gegenüber früher: An die Stelle der bislang üblichen täglichen Belieferung mit Zügen aus den deutschen Bergwerken wird eine Bevorratung der steigenden Importkohlemengen treten.

Aufgrund fehlender Lagermöglichkeiten in Huckingen findet diese in den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) statt, der Umschlag erfolgt derzeit bei der EMO (Europeese Massagoedoverslagbedrijf) in Rotterdam. Eine für HKM nicht unbedingt neue Situation. Auch die Erze für HKM werden nach dem Seetransport von Übersee zunächst in Rotterdam gelagert. Der anschließende Transport nach Huckingen wird mit Binnenschiffen sichergestellt.

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Rohstoffe