Legierungsmittel

Rohstoffpfade

Aus dem Geschichtsunterricht sind sie noch dem einen oder anderen in Erinnerung: einstmals berühmte Salz- und Pfefferstraßen, über die begehrte und kostbare Gewürze aus fernen Ländern nach Europa gelangten. Daß es aber auch regelrechte "Rohstoffpfade" auf dem Globus gibt, ist sicherlich nicht jedermann geläufig.

Wohl kaum ein anderes Hüttenwerk in Europa ist aufgrund seiner Gesellschafter- und Kundenstruktur gefordert, eine solche Vielfalt an Stahlgüten herzustellen wie HKM. Um aus dem Roheisen hochwertige Stähle zu erzeugen, bedarf es neben der technische Ausrüstung auch der Zugabe entsprechender Legierungsmittel und Zuschlagsstoffe.

Sie sind das "Salz in der Suppe" der "HKM-Stahlkocher". Nach deren Rezeptvorgaben beschafft das Team Rohstoffeinkauf Schrott und Legierungen, diese "Gewürze" aus aller Welt.

Dazu gehören Metalle wie Aluminium, Nickel und Kupfer sowie Legierungen, die in die sogenannten Massen- und Edellegierungen eingeteilt werden. Das Aufgabengebiet des Rohstoffeinkaufs umfaßt den Einkauf und die Disposition von ca. 40 Ferrolegierungen, Metallen und Zuschlagsstoffen im Wert von 90 Millionen Euro pro Jahr. Die Umschlagmenge schwankt zwischen 90.000 und 110.000 Tonnen.

Aluminium

Bedarfsermittlung

Für die Massenlegierungen wird der Qualitätsbedarf, für die preislich besonders schwankenden Edellegierungen zumindest nur der überschaubare Bedarf der kommenden ein bis zwei Monate und für Zuschläge (Flußspat und Aufkohlungsmittel) der Jahresbedarf ermittelt. Basis dafür sind Planzahlen aus der Qualitäts- und Produktionswirtschaft von HKM, die ausgehend von der Jahresrohstahlplanung heruntergebrochen werden in Quartals-, Monats- und Wochenmeldungen. Die beiden letzten Meldungen enthalten konkrete Hinweise auf die Qualitätsstruktur des Stahls und sind besonders wichtig für die Disposition oder eventuelle kurzfristige Zukäufe von Edellegierungen und -metallen.

Produktion

Die zur Stahlerzeugung notwendigen Legierungsmittel werden nicht etwa - wie Kohle und Eisenerz - irgendwo auf der Welt abgebaut. Sie müssen vielmehr in Elektroöfen und/oder Elektrolyseverfahren eigens aus Erzen und Rückständen produziert werden, in denen die gewünschten Elemente bzw. deren chemische Vorprodukte enthalten sind.

Voraussetzung für den Produktionsstandort von Ferrolegierungen sind technisches Know-How, niedrige Energiekosten und die Nähe zum Endverbraucher.

Manganerze zum Beispiel finden aus Afrika, Brasilien und Australien ihren Weg nach Norwegen, Frankreich und der Slowakei, wo entsprechende Ferromanganlegierungen für Stahlwerke und Gießerei hergestellt werden.

Vanadium

Vanadiumhaltige Schlacken und Vanadiumpentoxid aus Südafrika, Rußland und China sind die Vorstoffe eines Ferro-Vanadium-Lieferanten in Österreich.

Molybdän-Konzentrate, aus Erzen von Primärminen oder als Nebenprodukt in Kupferminen gewonnen, werden in den Herkunftsregionen (Nordamerika, Chile, China) und in Westeuropa umgearbeitet zu einsatzfähigen Molybdän-Oxidpulver bzw. zu Ferro-Molybdän.

Gemäß den betrieblichen Anforderungen hinsichtlich Qualität, Menge und Lieferzeit fragt der HKM-Rohstoffeinkauf Produzenten bzw. deren Vertretungen und an die international tätigen Rohstoffhändler an. Mit dem Abschluß der Preisverhandlungen beginnt eine Kette von Dienstleistungen. Die Vielzahl der Herkunftsländer läßt die Dimension dieser Leistungen schon erahnen.

Kontinentale Entfernungen werden per Schiff überwunden. Auf Straße und Schiene kommen dann die bestellten Güter direkt oder nach ortsnaher Zwischenlagerung auf den "Hof" der HKM.

Das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand: Aus dem faden Grundgericht (Rohstahl) wird nach Zugabe von Gewürzen (Legierungen) dank des Könnens guter (Stahl- )Köche ein Menü a la HKM - hochwertiger Stahl.

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